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Geschichten

Montag, 14. Dezember 2009

Zwischendurch

„Sagst du es mir noch mal?“

„Du meinst.......?“

„Ja, sag es noch einmal, bitte.“

„Also das Wort mit „f“?“

„Hm.“

„Ok.“

„Also mal angenommen, wir würden in einer Sauna liegen, 65°, ganz allein, wir reden kein Wort, aber die Fantasie in unseren Köpfen reicht bis nach Sibirien, Schweißperlen auf der Haut. Sie rollen ungefragt über Brust und Bauch, zwischen unsere Schenkel.“

„Ja, weiter.“

„Ich gehe dann kurz raus, schließe hinter mir die Türe und lass dich eine Weile allein in deinen Gedanken liegen in deiner Hitze. Komme zurück und beuge mich über deinen erhitzten Körper, lass einen Eiswürfel über deine Brüste streichen und einen zweiten zwischen meinen Lippen streich ich über dein Gesicht. Er schmilzt schneller als deine Gedanken und ich hauche dir ins Ohr, wenn alle Eiswürfel zu warmen Wasser werden, sich mit deinem Schweiß vermischt haben und an deinem Körper herunterlaufen, wie ein warmer Quell ins Tal, dann werde ich dich....“

„Was wirst du mich dann...?“

„Dann Baby, werde ich dich f.....!“

„Danke, das ist verdammt gut.“

„Seit ich dich kenne, gefällt mir das Wort auch sehr gut und zergeht auf meiner Zunge wie Himbeergelee.“

„Schön.“

„Ja.“


[In Wirklichkeit habe ich aus meinem Polo einen Rover gezaubert, da ich die Rücksitzbank ausräumte(umklappte und sämtlichen Müll entsorgte), um sie in der Garage zum trocknen zu lagern, da mein Auto seit Wochen ein einziger Schimmelhaufen ist. Das Leben ist gnadenlos ungerecht;-) fucking Auto aber auch]

produkte_eiswuerfel_gross

Dienstag, 4. November 2008

irgendwann einmal.......

...
In sich versunken saß sie auf dem Toilettendeckel und starrte auf die sich drehende Wäsche in der Maschine. Vor ihr lagen noch mindestens fünf Maschinen dreckige Wäscheberge, während sich das Waschpulver dem Ende neigte und sie nicht mal wusste, woher sie die Kohle nehmen sollte, um neues zu kaufen. Alles schien so unwirklich, und sie schloss die Augen und dachte noch einmal an die Vergangenheit. Ob es eine höhere Instanz gab, die ihr ganzes Leben schon vorab in ein dickes Buch geschrieben hatte, und Seite für Seite herausriss, sobald der Tag um war?

Hätte sie es nicht wissen müssen, als sie sich auf all das einließ, was jetzt so unwirklich vor ihr stand und wie ein faules Ei gebrütet wurde? Und was war mit ihr? Sie drehte sich eine Zigarette, die Maschine schleuderte ihr ein lautes, monotones Geräusch entgegen. „Sieh dich an, wie alt du geworden bist!“ Die Worte hallten immer noch nach. Ja, dachte sie, natürlich bin ich alt geworden, du auch, und du kannst es nicht verhindern, auch wenn du deine zwanzig Jahre jüngere Sekretärin fickst. Das Lachen ihrer Kinder klang in ihren Ohren, damals, als sie friedlich und sorglos auf dem Spielplatz herum tollten, und nichts schien diese insgeheim stinkende Idylle stören zu können. Und was war ihr von ihrem Traum geblieben, von dem Traum einer glücklichen und bodenständigen Familie? Nichts. Der Sohn trieb sich herum und hatte die Schule abgebrochen, die Tochter lebte ihr Leben seit ihrem 12 Lebensjahr mit der anonymen Tussi der Kinderseelsorge am Telefon, und sie selbst war nur noch eine billige Putzfrau.

Sie atmete den Zigarettenrauch ein, inhalierte die Schadstoffe so tief es ging, und sah sich den Berg Wäsche an. Niemand war da, sie war ganz allein. Der Alte trieb es mal wieder mit ihr, die äußerlich alles zu bieten hatte. Die Kinder waren unterwegs, sie wusste schon lange nicht mehr so genau, wo sie sich rum trieben. Sie nahm das Zippo in die Hand, klickte es wie selbstverständlich auf, und hielt die Flamme an einen der dreckigen Socken, die vor ihren Füßen lagen. Der Socken fing Feuer und fackelte in Sekundenschnelle ab. Er fiel auf die Fliesen und rollte sich wie ein Wurm in seiner eigenen Asche zusammen. Sie nahm ein Unterhemd und wiederholte es noch einmal. Es machte Spaß, das Feuer in ihren Händen tanzen zu sehen, es schien, als ob es ihr gehorchen würde. Als das Unterhemd bis zur Hälfte in Flammen stand, warf sie es in den Wäschehaufen und schaute mit ruhiger Mine zu, wie alles Feuer fing. Ihre Hände wurden immer wärmer, ihr Gesicht bekam einen rosigen Glanz und die Flammen funkelten in ihren Augen.

Die Waschmaschine hatte aufgehört zu schleudern und sah reglos zu, wie sich die Flammen langsam auf ihre Oberfläche setzten. Die Farbe zerfloss und es schien, als ob sie sich eine Todesmaske aufgezogen hatte. Sie saß immer noch auf dem Toilettendeckel und spielte mit ihrer Haarsträhne. Alles um sie herum verbrannte und schrumpfte zu einem kleinen unwirklichen Zwergenhaufen. Langsam erhob sie sich, ging in die erste Etage, ließ die Katze raus in den Garten, winkte dem Qualm entgegen und verstaute ein paar Dinge in eine kleine Reisetasche. Sie zog sich die Schuhe an, strich noch ein paar Krümel vom Küchentisch, legte den Hausschlüssel auf den kleinen Glastisch und zog die Türe hinter sich zu. Als sie unten im Dorf ankam blickte sie sich noch einmal um und sah dicke Rauchwolken in die Luft steigen, sie lächelte, und für einen Moment hatte sie das Gefühl in diesen Wolken Gesichter zu erkennen, während die Sirenen regelmäßig in der Luft verhallten.

Freitag, 10. Oktober 2008

Bühne frei

„Sollen wir uns einfach sagen, dass wir uns lieben?“

„Ich weiß nicht, tun wir das denn?“

„Keine Ahnung, alle reden immer davon, doch keiner weiß wirklich bescheid.“

„Du meinst, es einfach sagen,---Pause---, weil ich so gern in deine Augen tauche, deinen Mund so unglaublich süß finde, weil du für mich wie eine Traumfrau daher kommst, ich mit deiner Stimme einschlafen kann----Pause----und so?“

„Ja, weil ich mit dir lachen kann, meine Sorgen vergesse, weil du mir gut tust, und ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass du wieder fort bist, weil ich deinen Arsch sexy finde und das Grün in deinen Augen meine Welt drehen lässt.“

„Also einfach aussprechen, obwohl wir nicht wissen, ob es das auch ist?“

„Vielleicht ist es das ja, nur alle suchen vergebens nach einer unentdeckten Besonderheit. Wir lassen das Wort einfach im Jetzt entstehen, ohne es für immer als Denkmal zu setzen.“

„Hm, ich weiß gar nicht, ob ich mich traue es auch auszusprechen.“

„Und wenn wir jetzt auf einer Theaterbühne stehen würden, und genau das wäre dein Text, könntest du es dann?“

„Einen Text lernt man und führt das Theaterstück auf.“

„Das ganze Leben ist eine reine Theateraufführung, und wir lernen gerade einen neuen Text.“

„Ja, so kann man das auch sehen.“

„Deine Stimme fasziniert mich, warte ich schließe die Augen, um sie noch intensiver zu spüren.“

„Ok, mach das, du bist ein freier Mensch.“

„Könntest du das bitte noch mal sagen?“

„Ich liebe dich!“

„Du hast es gesagt.“

„Ja, ich empfinde es gerade so stark.“

„Wir brauchen ja kein Limit. Gerade gedachtes einfach aussprechen.“

„Ja, irgendwer muss ja mal damit anfangen.“

„Ich liebe dich auch.“

„Schön.“

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Der Friedhof

Der Friedhof liegt zwischen einer kleinen Nebenstraße und einer befahrenen Hauptstraße. Er ist übersichtlich, einer von den kleinen, mit hohen alten Baumbeständen bewachsenen Friedhöfen. Sie liebt es, ihre Zeit dort zu verbringen. Zum einen, weil er diese alten Gräber der Judenzeit besitzt, zum anderen, weil er direkt an seinem Garten grenzt. Das Haus ist nicht einsehbar, aber ein kleiner Gehweg führt direkt zur Hecke, in die er vor langer Zeit einen kleinen Durchgang nur für sie geschaffen hat. Damals hatte er weiße Tücher in die grünen Zweige gehängt, als sie träumend vor einem Grab stand und ihren Gedanken nach hing.

Sie parkt den Wagen in der kleinen Nebenstraße und geht dem Sonnenuntergang entgegen. Das Laub schimmert golden in der Abendsonne. Sie steht wieder vor dem gleichen Grabsteinengel und denkt an vergangene Zeiten. „Lass uns Freunde bleiben“, hatte er gesagt, und sie, hatte es stillschweigend hingenommen. Sie spät zum Garten und zwei weiße Seidentücher hängen glitzernd in den Ästen. Nein, denkt sie, nicht hinschauen, geschweige denn hingehen. Doch es zieht sie zur Hecke. Ein kurzer Blick auf die saubere Terrasse, und plötzlich treffen sich die Augen. Sie sollte gehen. Alles andere würde nur Verwirrtheit auslösen. Er öffnet die Türe und sein Blick fordert sie auf, den kleinen Durchgang zu wählen.

Sie sitzen am Tisch und trinken einen Kaffee. Sie unterhalten sich wie vor zwei Jahren, nichts ist fremd, alles scheint wie immer, als hätte es niemals eine Pause gegeben. Irgendwann mischt er ein Glas mit einem Likör mit Milch und sie trinken aus einem Strohhalm Alkohol. Seine Augen blitzen immer noch so jugendlich wie immer, sein Humor bringt sie zum lachen, seine Hände zum schweigen, sein Mund in höhere Dimensionen.

Er nimmt sie an die Hand und führt sie ins Wohnzimmer, streicht über ihren Rücken und flüstert:„Ich will dass es dir gut geht.“ Sie räuspert sich:„Es geht mir gut, danke.“ Sie ist unsicher. Er dreht sich zu ihr und gibt ihr einen sanften Kuss. Seine Hände streichen durch ihre Klamotten und kleben an der Hüfte fest. Ihre Gedanken fahren Achterbahn.

Langsam öffnet er den Gürtel ihrer Hose, küsst sie fordernder und fesselt sie mit seiner Gegenwart. Ein Augenblick so furchtlos und fordernd, so schnell und erhabend. Wie zwei Puzzleteile, die gnadenlos ineinander passen. Ein Augenblick so schnell vorbei, dass sie sich kaum daran erinnern kann. Er nimmt sie in den Arm und lächelt sie an. Warum? Auch darauf kann sie keine Antwort geben. Was bleibt ist das Angesicht des Engels. Sie schaut auf, es ist kalt geworden und bemerkt, dass die Sonne längst untergegangen ist. Ein kleines Licht brennt in seinem Wohnzimmer. Sie geht lächelnd zurück zum Auto und fährt heim.
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Offen für alles schwebt mein Geist über mir Höre ich da etwa ein Lachen?

Gib mir zwei Teelöffel Kandis

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